Elon Musks Unternehmen xAI und X haben im August 2025 eine Antitrust-Klage gegen Apple und OpenAI eingereicht. Sie werfen den beiden Konzernen vor, durch eine enge Zusammenarbeit den Wettbewerb im KI-Bereich zu verzerren und Musks KI-Chatbot Grok systematisch im Apple App Store zu benachteiligen.

Kernvorwürfe der Klage

Laut der in Fort Worth, Texas, eingereichten Klageschrift soll Apple seinen dominanten Marktanteil bei Smartphones (rund 65 Prozent in den USA) nutzen, um OpenAI zu bevorzugen. Konkret wird kritisiert:

  • Die exklusive Integration von ChatGPT in Apple Intelligence und Siri.
  • Benachteiligung von Grok und der X-App bei den App-Store-Rankings und Empfehlungen („Must Have“-Bereich).
  • Verzögerte Review-Prozesse und geringere Sichtbarkeit für konkurrierende KI-Apps.

Musk argumentiert, dass diese Praktiken es praktisch unmöglich machen, dass andere KI-Anbieter außer OpenAI die Spitzenpositionen im App Store erreichen. Dadurch werde Grok weniger Nutzer erreichen, weniger „Prompt-Volume“ (Trainings- und Nutzungsdaten) generieren und langfristig im Wettbewerb geschwächt. Die Kläger fordern Schadensersatz und ein Verbot der beanstandeten Kooperation.

Hintergrund und Kontext

Die Klage ist Teil des größeren Konflikts zwischen Musk und OpenAI. Musk hatte bereits zuvor öffentlich kritisiert, dass X (die Nr. 1 News-App weltweit) und Grok trotz hoher Rankings nicht prominent in Apples Empfehlungen auftauchen, während ChatGPT stark gefördert werde. Er sprach von einem „unequivocal antitrust violation“.

Apple und OpenAI weisen die Vorwürfe zurück. Sie betonen, dass der App Store nach objektiven Kriterien funktioniere und alle Entwickler gleich behandelt würden. Die Partnerschaft mit OpenAI diene der Verbesserung der Nutzererfahrung und verstoße nicht gegen Wettbewerbsrecht. Apple hat eine Abweisung der Klage beantragt, ein Richter ließ den Fall jedoch vorerst weiterlaufen.

Mögliche Auswirkungen

Der Fall berührt grundlegende Fragen der Plattformmacht:

  • Dürfen App-Store-Betreiber eigene oder bevorzugte Dienste integrieren und bewerben?
  • Wie fair sind Rankings und Sichtbarkeit in geschlossenen Ökosystemen wie iOS?
  • Welche Rolle spielt „Prompt-Volume“ für die Weiterentwicklung von KI-Modellen?

Ein Sieg für Musk könnte Apple zwingen, seine Praktiken anzupassen und die OpenAI-Integration zu lockern – mit Folgen für Millionen iPhone-Nutzer und den gesamten KI-Markt. Eine Abweisung würde die aktuelle Apple-OpenAI-Partnerschaft stärken.

Der Prozess läuft weiter und wird von Beobachtern als weiteres Kapitel im intensiven Wettbewerb um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz gesehen. Musk sieht darin einen Kampf gegen Monopolstrukturen, Apple und OpenAI sprechen von unbegründeten Vorwürfen eines Konkurrenten.